Vorbereitung

Nur ein paar wichtige Punkte, die vor einer längeren Reise in die Planung miteinbezogen werden sollten:

 

 

1. Länderwahl: Stell dir zuerst die Frage, welche Länder, Städte und Sehenswürdigkeiten du unbedingt sehen möchtest. In dieser Hinsicht ist weniger oft mehr. Plane lieber genügend Zeit an den paar Orten ein, die dich wirklich interessieren und die du schon lange Mal sehen wolltest, damit du diese auch wirklich geniessen kannst. Um alle schönen und interessanten Orte dieser Welt zu besuchen ist ein Leben vermutlich sowieso zu kurz. Weiter sollten auch die Jahreszeiten beachtet werden, damit du nicht vom Monsun überrascht oder von Mückenschwärmen gefressen wirst. Erstelle dazu eine Abfolge der Länder die du sehen möchtest und probiere, eine Reihenfolge nach den optimalen Reisezeiten festzulegen. Eine Vielzahl an Länderinformationen zum Thema Wetter, Kultur, Reisezeit, Sehenswürdigkeiten usw. gibt es z.B. auf der Internetseite von "www.globetrotter.ch" oder "www.derreisefuehrer.com". Die vermutlich besten Infos zum Thema Überlandreise mit allen erdenklichen Verkehrsmitteln gibt es wohl auf dieser Homepage www.seat61.com. Weiter findest du auf der Internetseite des EDA Gefahrenhinweise und Informationen zur politischen Lage. Mache dir auch ein Bild über mögliche Visa, die du für die Länder einholen musst, und wie du am besten an diese gelangen kannst (Infos zu Zentralasien unter "www.caravanistan.com"). In diesem Zusammenhang sollte auch daran gedacht werden, dass der Reisepass in der Regel noch mindestens sechs Monate über das Rückkehrdatum hinaus gültig sein muss.

 

2. Budgetierung: Erstelle einen Zeitplan, in welchem du einen festen Geldbetrag für die Reise sparen willst. Je nach Reiseart und Länder können die Lebenskosten ganz unterschiedlich ausfallen. Erkundige dich vorher über die ungefähren Kosten für Transport, Unterkunft und Verpflegung im jeweiligen Land, damit du dir ein Bild über deine Ausgaben machen kannst. Mache dir auch Gedanken darüber, wie du unterwegs an Geld kommen kannst. Stelle sicher, dass du alle notwendigen Konto- und Kreditkarten hast und erkundige dich, wie und womit du in den jeweiligen Ländern Geld beziehen kannst. Das ist bei Reisen in die USA vielleicht nicht von grosser Bedeutung, kann aber unter Umständen wichtig werden, wenn du durch Zentralasien oder Drittweltländern reisen willst und keine Geldautomaten zur Verfügung stehen. Kontrolliere, ob die Kreditkarte noch lange genug gültig ist. Zudem wird in vielen Ländern ein 6-stelliger PIN-Code für alle Geldkarten verlangt.

 

3. Ausrüstung: Je nachdem, wie du welche Länder bereisen willst, sollte die Auswahl deiner Ausrüstung ausfallen. Auch hier gilt wieder; weniger ist oft mehr. Man kann nie für alle Fälle gewappnet sein und trotzdem gut vorbereitet ins Abenteuer aufbrechen. Lass dir genügend Zeit, die richtige Auswahl für deine Ausrüstung zu treffen. Es muss nicht immer das Teuerste und Beste sein, aber es sollte für deine Art des Reisens geeignet sein (Grösse, Gewicht, Wetterbeständigkeit usw...). Die Auflistung meiner Ausrüstung ist in der Kategorie "Ausrüstung" zu finden.

 

4. Abmeldung: Willst du während der Reise in der Schweiz angemeldet bleiben oder meldest du dich gleich ab? In der Regel muss man sich bei einer Abwesenheit von einem Jahr bei der Gemeinde abmelden, bei manchen bereits bei 6 Monaten. Vorzüge bei der Abmeldung sind, dass man praktisch keine Verpflichtungen mehr in der Schweiz hast, alle Abonnements per Abmeldungsdatum künden kann und nicht mehr eine obligatorische Krankenkasse benötigt. Die Nachteile sind der organisatorische Aufwand und dass man eine Vertretung braucht, die sich zuhause um alle restlichen Angelegenheiten kümmert. Kläre auch ab, ob du weiterhin im Steuerregister bleibst oder ob du auch dort abgemeldet wirst. Falls du im Steuerregister abgemeldet wirst, müssen alle bestehenden Rechnungen sowie die aktuelle Steuerrechnung beglichen werden. Zudem stellt sich die Frage, ob das eigene Auto verkauft resp. ausgelöst werden soll, um die Strassenverkehrssteuer und Versicherung zu sparen. Wenn man auf Reisen ab und zu mit einem Auto oder Motorrad fahren möchte, wäre evtl. auch ein internationaler Führerschein von Vorteilen.

 

5. Kündigung: Wenn du deine Arbeit sowieso nie mochtest und deinem Chef schon lange Mal die Worte "Leck mich am A****, ich kündige" sagen wolltest, dann wird dir dieser Punkt vermutlich sogar ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Da ich mir aber keinen besser Job als meinen vorstellen kann und ich mit Kollegen zusammen arbeiten durfte, die beinahe schon zu einer zweiten Familie wurden, fiel mir die Kündigung nicht leicht. Schlussendlich kam ich aufgrund der unbestimmten Reisedauer jedoch nicht um eine Kündigung herum. Wenn du dir nicht sicher bist, was du tun sollst, dann kläre erst Mal ab, wie lange du einen unbezahlten Urlaub nehmen kannst. Erkundige dich auch nach der Kündigungsfrist und kläre ab, ob du nach deiner Rückkehr wieder eingestellt werden könntest. Kläre auch ab, wie und wo du deine Pensionskassen-Gelder lagern möchtest (Freizügigkeitskonto) oder ob sie dir gleich ausbezahlt werden sollen. Wenn du dir das Geld jedoch ausbezahlen lässt, wird eine massive Lücke in deiner Altersvorsorge entstehen. Bezüglich der AHV kann jährlich ein Mindestbeitrag einbezahlt werden, damit es dort keine allzugrosse Lücken gibt.

 

6. Versicherungen: Bei einer Abmeldung (Punkt 4) erlischt auch die obligatorische Krankenversicherung. Um bei einem Beinbruch nicht wie ein Volltrottel dazustehen, sollte unbedingt eine internationale Unfall- und Krankenversicherung abgeschlossen werden. Hier kann es jedoch sehr grosse Unterschiede bei den Leistungen geben, weshalb sich ein Vergleich lohnt. Weiter sollten auch Gedanken zur Hausrat-, Abrede- und Privathaftpflichtversicherung gemacht werden. Eine Mitgliedschaft bei der Rega und Paraplegikerstiftung ist noch das Pünktchen auf dem "i" :)

 

7. Militär: Wenn du militärdienstpflichtig bist, muss bei einem Auslandsaufenthalt ab einem Jahr ein Urlaubsgesuch an das zuständige Kreiskommando geschickt werden. Das kann auch noch gemacht werden, wenn du bereits unterwegs bist und merkst, dass du nun doch gerne länger als ein Jahr reisen möchtest.

 

8. Impfungen: Je nach Ländern, die man bereisen will, ist es sinnvoll diverse Impfungen zu machen (http://www.safetravel.ch). Teilweise werden diese Impfungen für die Einreise sogar vorausgesetzt (internationaler Impfausweis). Deshalb sollte frühzeitig ein Tropenarzt aufgesucht werden. Nebst den Impfungen erhält man dort auch Unterstützung für das Zusammenstellen der Reiseapotheke. Weiter sollte vor der Reise eine letzte Kontrolle beim Haus- und Zahnarzt gemacht werden.

 

9. Vollmacht: Für allfällige Angelegenheiten, die im Heimatland noch geregelt werden müssen oder unvorhergesehen auftreten, ist es praktisch, einer Vertrauensperson eine Vollmacht auszustellen. So können beispielsweise rechtliche oder finanzielle Angelegenheiten geregelt werden. Im Internet können entsprechende Vorlagen zur Erstellung einer Vollmacht heruntergeladen werden (Bei Postfinance muss eine separate Vollmacht erstellt werden). Weiter lohnt es sich möglicherweise auch, sich mit dem Thema Testament auseinander zu setzen. Auch wenn man nie vom Schlimmsten ausgeht, kann man nie wissen, was passieren wird. Ein Testament könnte in diesem Fall den Hinterbliebenen eine Menge Arbeit ersparen. Ebenfalls ist es nicht schlecht, eine Patientenvollmacht zu erstellen.

 

Das ist Mal ein grober Abriss der Planungen. Wer auch vor hat, eine Weltreise zu machen, sollte sich vom organisatorischen Aufwand nicht abschrecken lassen. Schliesslich kommt bei der Organisation einer Reise schon eine grosse Portion Vorfreude auf, was ja bekanntlich die schönste Freude ist. Es sollte jedoch genügend Zeit für die Planung einberechnet werden (6 - 12 Monate, naja, sagen wir eher 12).