The Green Island

Gastbeitrag von Jonathan Baumeler

 

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat bekanntlich zwei.


Am Donnerstag den 20 April 2017 endete George’s Fahrradreise mit der Ankunft in Galway (Irland). Doch erstmal zurück an den Anfang der Geschichte – also nicht ganz an den Anfang, sondern lediglich ein paar Monate zurück. Eines schönen Tages entschied sich George spontan, seine 14 Monatige Reise in Irland anstelle von Japan zu beenden. Das Ganze kam so spontan, dass einige der Geburtstagsgäste Georges 30. Geburtstag am Ende alleine in Tokio feiern durften.


Aus Jux und Tollerei entschloss ich mich nach der legendären Fahrt nach Venedig noch ein zweites Mal mit George in Pedalen zu treten. Zu jenem Zeitpunkt ging ich davon aus, dass es ein gemütliches Fahrrad fahren und „Bierli trinken“ werden würde – so kann man sich täuschen.
Wir entschieden uns, der Ostküste entlang von Dublin nach Nordirland zu fahren. Im Nachhinein betrachtet hätte ich wohl bereits beim provisorischen Routenprofil von über 8000 Höhenmetern auf 1000 Kilometer argwöhnisch werden sollen. Zu meiner Person, ich bin 32 und fahre im Jahr etwa 10-15 Kilometer Fahrrad.

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And finally - Japan!

Läck doch mir, ich bin in Japan, gibt's denn das? :) Auch nach einem Monat hab ichs noch nicht wirklich realisiert, dass ich an meinem Ziel angekommen bin und bald wieder zuhause sein werde. Wenn ich an den ersten Tag dieser Reise zurück denke, habe ich das Gefühl, dass ich erst gerade losgefahren bin. Und wenn ich daran denke, was ich zwischen jetzt und dann alles erlebt habe, fühlt es sich an als wäre ich schon ein Leben lang unterwegs. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Japan noch unendlich weit weg ist. Aber auch wenn ich während der ganzen Reise der Ankunft entgegen fieberte, so war doch von Anfang an der Weg das Ziel, und wenn ich an alles Erlebte zurückdenke, dann habe ich mein Ziel eigentlich jeden Tag erreicht!

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Malaysia Part 2

Hier hab ich für euch den neusten Videoblog zu Malaysia und Singapur. Viel Spass dabei :)

Und für alle dies interessiert, die Kategorie "Route" hat wieder mal ein Update erhalten und falls es euch mal ganz langweilig sein sollte gibt's neu auch die Rubrik "Statistics".

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Wiedersehen mit George in Thailand

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Thailand - Land of smiles

Während mir in Vietnam noch Hühner, Büffel und Schweine auf der Strasse Gesellschaft leisteten, sind es in Thailand Affen, Warane und Schlangen, die dem Radleralltag die Würze geben und bei mir jeweils fast einen Herzinfarkt auslösen wenn sie vor mir auf die Strasse secklen. Aber zum Glück gibt's in Thailand noch viel mehr als hinterlistige Schlangen und suizidale Affen :)

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Cambodia

 

«35 Dollar» waren die ersten Worte, die ich in Kambodscha hörte. "Äbefaus Grüessech, Herr Gränzwächter", dachte ich mir. Er reichte mir ein Zettel, den ich unter den Blicken von sechs gelangweilten Angestellten ausfüllte und keine drei Minuten später hatte ich das handgeschriebene Visum im Pass. Dann gings noch zu einem Medizincheck, wo ich mich vor eine Kamera oder so was Ähnliches stellen musste (funktionierte vermutlich sowieso nicht), worauf der Herr meinte, dass ich gesund sei und nochmals einen Dollar forderte J

 

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Einmal quer durch Vietnam

Grüner Dschungel, eindrückliche Karstfelsen, riesige Höhlen, kleine Holzdörfer, Ho Chi Minh Statuen, stickige Grossstädte, gemütlich schmatzende Schweine, Büffel und Hühner auf den Strassen, Reisfelder soweit das Auge reicht und eine wunderschöne Küste, gespickt mit gutem Essen und herzlichen Menschen, ja das ist Vietnam. Es ist nicht nur die Landschaft, die dieses Land so faszinierend macht, es sind vor allem die Menschen mit ihrer positiven und fröhlichen Einstellung, die mir beim Vorbeifahren immer wieder ein herzliches Lächeln schenken und Xin Chau zurufen. Besonders toll ist es, an einer Schule vorbei zu fahren! Dann heisst es kurz Luft holen und los gehts; hunderte Kinder winken mit dem Peace Zeichen und schreien Hello und natürlich will jedes Einzelne ein Hello zurück. Phuu da komm ich manchmal ganz schön ausser Atem J

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Good Morning Vietnam

Wo soll ich nur beginnen? Vietnam ist einfach super! Dies wird wieder mal eher ein Fotoblog, und ein richtig kitschiger obendrein ;)

 

Nach einer reibungslosen Einreise suchte ich mir in der Grenzstadt Lao Cai gleich ein richtig teures Hotel, um mir wieder mal ein sauberes Badezimmer mit Badewanne zu gönnen und mich einmal quer durch alle vietnamesischen TV Sender zu zappen. Die Synchronisation der Hollywood Filmen ist das Witzigste, das ich je im TV gehört habe und ich musste Tränen lachen, als Jason Statham in einer Schiessszene mit einer gleichgültigen Frauenstimme auf Vietnamesisch herumschrie :D

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China Part 4, Provinz Yunnan

Yunnan ist die Traumdestination vieler China-Reisenden, welche mit ihrer vielfältigen Natur, Kultur und schönen Stadtnamen wie Dali, Kunming und ShangriLa viele Touristen anlockt. Im Norden ziehen endlos scheinende Hügel ihre Bahnen, im Osten bildet ein weites Becken den Brotkasten dieser Provinz, im tropischen Süden lebt die Hälfte aller Minderheiten Chinas und im Westen ragen hohe Berge des Himalayas in den Himmel.

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China Part 3, Provinz Sichuan

Wie zum Teufel hab ich mir in Chengdu bloss eine Muskelzerrung geholt? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, aber am Velofahren konnten es nicht liegen, denn dieses befand sich zu dieser Zeit in einer wohlverdienten und längst überfälligen Reparatur.

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China Part 2, Provinz Gansu

 

Dunhuang ist eine Oasenstadt, 120 Kilometer von der West – Ost Strasse abgelegen in der Wüste Gobi, welche sich auf einem erstaunlich grünen Streifen zwischen hohen Dünen und sich endlos ausbreitendem Sand befindet. Früher war dies eine wichtige Station für die Händler auf der Seidenstrasse, um vor der langen Reise durch die westlich liegende Taklamakan Wüste in den eindrücklichen Mogao Grotten noch ein letztes Mal für ein gutes Gelingen der Reise zu beten.

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China Part 1, Provinz Xinjiang

Karakol ist eine russische Siedlung am Ostende von Kirgistan mit farbigen Holzhäuser, Leninstatuen, einer russisch-orthodoxe Holzkirche, einer chinesischen Moschee die eher aussieht wie ein buddhistischer Tempel, einem grossen Containerbasar und einer super Pizzeria, wo ich meine erste Pizza seit Italien essen konnte :) Vielen Bewohnern sieht man aufgrund der blonden Haare und hellen Haut sofort an, dass sie russischer Abstammung sind und sie verhalten sich auch viel «russischer» als die Kirgisen. Nachdem ich mein Velo wieder mal richtig gründlich gewaschen hatte, schaute ich mich stundenlang in dem Containerlabyrinth des Basars nach Ersatzteilen um, aber ausser ein paar alten Schläuchen und staubigen Bremsklötzen war nicht viel zu finden. Dafür habe ich ein paar billige chinesische Schraubschlüssel ergattert, welche nach dem Anziehen der ersten paar Schrauben bereits futsch waren. Ich hatte noch viel Zeit von meinem zweimonatigen Kirgistan Visum übrig, aber nach drei Tagen in Karakol wurde ich langsam kribbelig und machte ich mich schliesslich auf den Weg zu einem kleinen kasachischen Grenzübergang auf dem östlichsten Pass Kirgistans. Die Schotterstrasse war teilweise so steil, dass ich das Velo stossen musste und als ich am Abend von einem Gewitter eingeholt wurde, stellte ich mein Zelt im Regen so schnell es ging auf einer Wiese neben der Strasse auf. Am nächsten Morgen um 5 Uhr erwachte ich in knöcheltiefem Wasser, welches über den Wasserdichten Rand ins Innere hineinlief und langsam aber sicher meinen Schlafsack füllte. Ich glaub ich war noch nie so schnell wach wie an diesem Morgen ;) In der Eile hatte ich am Abend zuvor das Zelt an einer flachen Stelle zwischen zwei Hügeln aufgestellt, wo sich das Regenwasser sammelte und das Feld flutete. Das Wasser drang in alle Taschen und so ziemlich alles was ich dabei habe war komplett nass. Das war eine ziemlich harte Lektion, aber das passiert mir jedenfalls nie mehr :)

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Kyrgyzstan

 

Immer noch nicht ganz gesund, aber richtig motiviert brach ich am Donnerstagmorgen auf, um meine Reise durch Kirgistan zu starten. Je mehr ich über dieses Land las und erfuhr, das lediglich als Alternative zu Tajikistan und dem legendären Pamir Highway herhalten musste, desto mehr freute ich mich, dass ich mich für dieses Land entschieden hatte. Wahrscheinlich haben noch nicht allzu viele von Kirgistan gehört, welches zwischen Russland, Usbekistan, Tajikistan und China liegt und «Die Schweiz Zentralasiens» genannt wird. Das Land ist ein wahres Outdoor-Paradies mit unberührter Natur, Wildwasserflüssen, Bergseen, Schluchten, weiten Tälern und hohen Bergen, die 95% der Landschaft ausmachen.

 

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Damavand Besteigung und weitere Abenteuer im Land von 1001 Nacht

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Ein Ründeli in Kasachstan

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Äs chlins Update

Jonny war im Iran :) Und ich habe mich unglaublich über seinen Besuch und unsere gemeinsame Bergtour gefreut. Es war super, nach drei Monaten wieder mal ein vertrautes Gesicht zu sehen und ein bisschen Schweizerdeutsch zu sprechen. Das witzigste daran ist, dass ein (Halb-) Amerikaner nur mit einer geführten Tour und ein (Halb-) Israeli das Land gar nicht betreten darf und wir bis zum Schluss nicht sicher waren, ob es mit dem Treffen klappen würde :) Das haben wir souverän gemacht ;) Ihr könnt euch schon jetzt auf den Blog von unserem Ausflug freuen, denn zur Abwechslung wird dieser mal von Jonny geschrieben :)

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Persia

Vorab eine tolle Nachricht; Im Iran gibt es praktisch keine Hunde! Nicht, dass ich Hunde nicht mögen würde, aber ihr kennt ja die Geschichten mit den Schäferhunden auf der Strasse ;)

 

Ich bin jetzt seit ziemlich genau 3 Monaten unterwegs und würde zur Feier eigentlich gerne ein Bierchen trinken, aber da es hier in den Läden nur so scheussliches alkoholfreies Gebräu mit Apfel-, Zitronen- oder Pfirsichgeschmack gibt, das sie «Alcoholfree Malt Beverage» nennen, trinke ich halt ein Caffee Latte (habe tatsächlich eines in Tehran gefunden :)

 

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Hello Iran!

Achtung, das isch ä längä Cheib ;)

 

An meinem letzten Morgen in der Türkei war herrliches Wetter und ich entschloss mich kurzerhand, meine letzten Türkischen Lira zu verschleudern und mit dem Taxi zum Ishak

Pasha Palast hochzufahren. Der orientalische Palast thront in den Bergen über Dogubeyazit und

sieht in dieser Landschaft wunderschön aus. Der Taxifahrer bot mir das volle Programm, wartete auf mich als ich eine Stunde in den Felsen umherwanderte und führte mich sogar durch den Palast. Für 50 TL habe ich mir wohl das Luxusprogramm gekauft ;) Kurz vor dem Mittag war es aber an der Zeit, die letzten Kilometer in der Türkei unter die Räder zu nehmen und ich war so aufgeregt wie schon lange nicht mehr. Bei heftigem Gegenwind fuhr ich die 35Km am Mount Ararat vorbei und nachdem ich eine kilometerlange Kolone von wartenden Lastwagen überholt hatte, stellte ich mich nervös und etwas ratlos vor ein geschlossenes Gittertor an der Grenze. Nachdem ich eine halbe Stunde gewartet hatte fragte ich mal einen Polizisten, wie lange ich hier etwa warten müsse, worauf dieser meinte, dass hier nur Autos und Reisecars durchfahren dürfen. Ich müsse rüber zum Fussgängerzoll. Bei all den anderen Grenzen konnte ich bisher einfach mit dem Fahrrad durchrollen und meinen Pass hinstrecken, aber ich bin hier nicht mehr in der EU wo alles so einfach geht... Als ich mit dem Velo in die Passagierhalle kam warteten bereits hunderte Menschen Schulter an Schulter vor einem einzigen Zollhäuschen und versuchten, sich irgendwie nach vorne zu drücken. Ich stellte mich hinten an und wurde gleich von den anderen Wartenden nach vorne geschickt, damit ich so schnell wie möglich durch bin. Super, dann geht das vielleicht ja gar nicht so lange! Mit vereinten Kräften hievten wir das Velo über eine Abschrankung, die viel zu schmal war um das Velo durchzustossen, und als ich schon meinen Pass zeigen wollte hiess es vom Grenzbeamten «hinten anstellen». Okay, wieder zurück in das Gedränge und bei einer Affenhitze inmitten hunderter Leute eingequetscht abwarten. Nach einer Stunde stand ich noch immer am gleichen Ort und ich stellte mich auf einen langen Tag ein. Ich unterhielt mich ein bisschen mit den Leuten neben mir, erhielt Visitenkarten und Einladungen und nach kurzer Zeit

wusste die ganze Halle, dass hier ein Schweizer steht, der in den Iran will. Plötzlich rief der Grenzbeamte durch die Menschenmenge hindurch, dass der Typ mit dem Fahrrad nach vorne kommen soll und dann gings ganz schnell und ich hatte die Türkische Grenze hinter mir. Keine Ahnung warum das bei all den andern so lange dauerte, aber ich war froh, dass ich nicht noch eine Ewigkeit am Schalter stehen musste. Jetzt hatte ich noch die iranische Grenzkontrolle

vor mir. Ich schob mein Velo beinahe zitternd durch einen langen, mit Stacheldraht umzäunten Gang und stellte mich in einer kurzen Schlange an. Nach etwa 15min war ich durch und war etwas überrascht, dass nicht mal mein Gepäck kontrolliert worden war. Nach der 1. Passkontrolle gabs noch eine zweite und dann wars soweit! Ein netter Herr schob die Leute vor mir zur Seite, öffnete mir die Ausgangstür und sagte mit einem Lächeln «Welcome to Iran».

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One month in Turkey

Wo soll ich nur beginnen... Mittlerweile gehöre ich schon fast zur WG in Erzurum und nach einer Woche wollten mich Cem, Turgay, Ersen, Cenkay und ihre Kollegen kaum mehr gehen

lassen. Eigentlich hatte ich vor, sofort nach dem Erhalt des Iran Visums weiterzufahren, aber das sollte sich im Verlauf der Woche noch etwas ändern. Der erste Anlauf beim Iranischen Konsulat am Montag ging gleich in die Hose, da meine zwei Wochen zuvor bei der Visaagentur beantragte Referenznummer noch nicht übermittelt worden war. Das Gute daran war, dass ich so noch ein

bisschen länger in der WG bleiben konnte und mittlerweile richtig gut mit diesen Jungs befreundet bin. In der WG spricht eigentlich nur Turgay etwas Englisch, aber mit Händen und Füssen und der gelegentlichen Unterstützung von Google Translator konnten wir uns prima unterhalten. Die Unterhaltungen dauerten zwar jeweils doppelt so lange wie normal, aber wir hatten ja Zeit :) Es war immer wieder witzig, wie Cem und Ersen jeweils anfingen etwas auf Englisch zu erzählen, mitten im Satz nicht mehr weiterwussten und den Übersetzer zu Hilfe nahmen. Cenkay,

welcher gar kein Englisch spricht, kam jeweils gleich von Anfang an mit einem übersetzten Satz auf seinem Handy zu mir und grinste immer voller Freude, wenn wir uns so unterhalten konnten. Tagsüber trafen wir uns immer mit den Studenten vom Campingausflug, gingen zusammen auf die Slackline, machten Seilziehen, schauten uns die Stadt und den riesigen Uni-Campus an, gingen Cay trinken und unterhielten uns stundenlang über alles Mögliche. Mittlerweile sind die Jungs auch richtig gut im "Schnöizlen" und gewannen sogar regelmässig, aber Jassen war dann doch etwas zu kompliziert :) Erzurum ist die östlichste Grossstadt der Türkei und im Vergleich zum liberalen Westen viel religiöser geprägt. Auf den Strassen sind deutlich mehr Männer als Frauen zu sehen und viele Frauen tragen Kopftuch oder sind gleich ganz verschleiert. Für die 100`000 Studenten der Uni gibt’s kaum Freizeitangebote ausser einem unglaublichen Haufen Playstation-Salons und Wettstuben, wo wiederum nur Männer anzutreffen sind. Und in der ganzen Stadt gibt’s genau drei Bars, welche ab 21 Uhr Bier servieren und nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Ich konnte kaum aufhören zu lachen als ich das hörte :) So treffen sie sich in ihrer Freizeit halt eben meist zum Cay und freuen sich darauf, dass sie Erzurum nach ihrem Studium wieder verlassen können. An den rücksichtslosen Strassenverkehr im Osten der Türkei musste ich mich erst mal gewöhnen und ich hatte das eine oder andere Schwein, dass ich von meinen Kollegen zur Seite gezogen wurde, wenn ein Auto von hinten kam. Anfangs hatte ich jedes Mal beim Überqueren der Strasse Schweissausbrüche, aber das legte sich mit der Zeit ;)

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Ostanatolien

Voller Tatendrang verliess ich am Sonntagmorgen Göreme und fuhr durch eine Landschaft voller Feenkaminen, steiler Klippen und wundervoller Gesteinsformationen in Richtung Kayseri weiter. Das fahren ging wie von selbst und es fühlte sich schon fast ungewohnt an, nicht gegen den Wind antreten zu müssen :) Nach und nach änderte sich die Landschaft und irgendwann stand nur noch der Erciyes Dagi vor mir, welcher die Landschaft mit seinen 3917 Metern einsam dominierte. Es war ein wunderschöner Anblick, diesem schneebedeckten Vulkan bis Kayseri entgegenzufahren und ich konnte mich kaum auf die Strasse konzentrieren. Am Mittag erreichte ich die Grossstadt und es dauerte über eine Stunde, bis ich den Stadtdschungel wieder hinter mir hatte. Nach einem kurzen Mittagessen gings steil bergauf und ich fühlte mich, als hätte ich Power ohne Ende. Irgendwann spürte ich aber ein Stechen im linken Knie, welches schon seit mehreren Wochen ein bisschen Theater macht, und so machte ich nach 120 km Schluss und fand einen tollen Zeltplatz in einem verlassenen Picknick Areal.

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Cappadocia

Da ich gerade erst einen Blog geschrieben habe, lasse ich für Kappadokien mal die Bilder für sich sprechen :)

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Türkische Gastfreundschaft auf dem westanatolischen Hochplateau

Es ist schon wieder eine ganze Weile her, seit ich mich zuletzt gemeldet habe, dafür gibt’s jetzt etwas mehr zu lesen :) Seit ich mit Pierre in Istanbul losgefahren bin, sind wir 9 Tage durchgeradelt und hatten kaum mehr Internetzugang. Was für eine Erfahrung, ein paar Tage ohne Internet kenne ich gar nicht mehr ;)

 

Die Fahrt aus Istanbul heraus wäre vermutlich ein Albtraum gewesen, wäre da nicht ein perfekt ausgebauter Radweg entlang der Küste, welcher uns 30 km lang durch Parks und unzählige Freizeitanlagen zum Hafen von Pendik führte. Von dort aus nahmen wir bei tollem Wetter die Fähre nach Yallova und konnten nach einer Stunde auf dem Schiff bereits wieder weiterradeln.

Und wie wir weiterradelten… Pierre verabscheut Hauptstrassen und ist ein Spezialist im Finden von kleinen Nebenstrassen, was in aller Regel mehr Kilometer und vor allem noch mehr Höhemeter bedeutet. Landschaftlich sind diese Strecken dafür jeweils umso schöner und nachdem wir die brutale Steigung mit Schiebepassagen am ersten Tag hinter uns hatten, kamen wir in der Stadt Iznik an. Als Pierre durch das Schaufenster einer kleinen Nähstube schaute, wurden wir vom Schneider gleich zum Cay eingeladen und plauderten zwischen 3 nostalgischen Brother-Nähmaschinen über unsere Reise. Am Abend stellten wir unsere Zelte im Stadtpark am See auf und konnten trotz dem Strassenlärm prima schlafen.

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Das Tor zum Orient

Nach ein paar erholsamen Tagen in Thessaloniki ging ich am Donnerstagabend zum Busbahnhof, wo mir vom Chauffeur des Nachtbusses gesagt wurde, dass ich beide Räder meines Velos abmontieren müsse um mitfahren zu dürfen. Weil mir das dann doch ein bisschen zu blöd war, nahm ich nur das vordere Rad ab, was ich nach einigem Hin und Her irgendwie durchstieren konnte. Phuu, nochmals Glück gehabt :) Wer noch nie mit einem griechischen Bus in die Türkei gefahren ist, sollte sich unbedingt mal so eine Tour buchen. Die Fahrt war aufregender als die Achterbahnen im Europapark und die Präzision, mit welcher der Chauffeur bei doppelter Höchstgeschwindigkeit über Rot fuhr und streunenden Hunden auswich, war eine Meisterleistung. Auch die Rennen mit anderen Reisebussen und das dazugehörige Lachen unseres Chauffeurs, wenn er gewann, hatten einiges an Unterhaltungswert.

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Shit happens

Wie geht das berühmte Sprichwort nochmal? Ah ja, «Keep calm and eat cupcakes»! Aber ich glaube, ich werde euch noch ein bisschen auf die Folter spannen ;)

 

Als Pierre und ich morgens in Bitola losfuhren, waren die Berge mit einer Schicht Neuschnee überzogen und es war saukalt. Bei einem kleinen Veloladen machten wir einen kurzen Halt, um ein paar Ersatzteile zu besorgen und da es bereits 8 Uhr morgens war, erhielten wir gleich noch ein Glas Schnaps zur Feier des Tages :) Jetzt waren wir aufgewärmt und nach kurzer Zeit erreichten wir schon die griechische Grenze. Ich war gespannt, ob es aufgrund der Flüchtlingswelle so reibungslos klappen würde wie bisher, und tatsächlich waren wir nach etwa zwei Minuten auf der anderen Seite. Während der Fahrt nach Edessa machten wir alle vier

Jahreszeiten durch und zogen uns wärmer an wenn der Wind blies, zogen uns wieder aus wenn die Sonne vom wolkenlosen Himmel schien und dann wieder eine wärmere Schicht wenn es anfing zu schneien. Dafür hatten wir auf der Nebenstrasse durch die Hügel nicht den geringsten Verkehr und wir fanden es ganz schön cool, mit dem Velo in eine andere Zeitzone gefahren zu sein. Es war Nationalfeiertag in Griechenland und alle Läden waren geschlossen, weshalb wir neben einer orthodoxen Kirche noch unsere letzten Reserven Brot, Thunfisch und Schoggi-Cake verschlangen. Als wir in Edessa ankamen fanden wir einen Spielplatz mit Kraftgeräten, und da wir seit langem nur reisen und keinen Sport gemacht hatten, gabs noch eine kleine Trainingseinheit obendrauf :) Edessa liegt auf einem Plateau, welches gegen Osten fast senkrecht abfällt und den Bächen, welche sich durch die Stadt ziehen, eine tolle Gelegenheit bietet, sich als grösste Wasserfälle Griechenlands in die Tiefe zu stürzen. Nachdem wir gemütlich durch die Altstadt geschlendert sind, suchten wir uns einen Zeltplatz für die Nacht und fanden eine tolle Pfirsich-Plantage, wo wir unsere Zelte zwischen den Bäumen aufstellten.

 

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The Balkans

Als ich abends in Dubrovnik zurück zum Hostel ging, sah ich am Stadttor einen Tourenfahrer, der etwas verloren wirkte und fragte ihn, ob er ein Hostel suche. Pierre, ein Journalist aus Frankreich, startete ein paar Tage vor mir in Lyon und will mit dem Velo innert 10 Monaten in die Mongolei fahren. Kaum kennenglernt beschlossen wir, dass wir am nächsten Tag

gemeinsam nach Montenegro fahren würden. Es war toll, wieder mal mit jemandem zusammen zu fahren und wir hatten etwa das gleiche Tempo, nur bergauf ging er ab wie eine Rakete und ich hinkte hinterher als wäre ich eine Oma auf einem alten 3-Gang Fahrrad. Da bringen nicht mal meine super Zuckerorangen was :) Nach dem Grenzübergang zu Montenegro konnten wir mit etwa 60 km/h den Berg runter sausen und hatten einen super Blick auf die Bucht von Kotor. Als wir gemütlich der Bucht entlang in Richtung Kotor fuhren, wurden wir von einem fröhlich hupenden jungen Motorradfahrer mit einem Affenzahn und wie üblich ohne Helm überholt. Ich musste noch über diesen Dödel lachen, weils einfach so dämlich war wie er fuhr. Als wir ein paar Meter um die nächste Kurve fuhren, lagen er tot neben seinem Motorrad und einem entgengen kommenden Auto auf der Strasse. Die Sanität war auch sofort vor Ort, aber da war nichts mehr zu machen. Es ist traurig, Kilometer für Kilometer all die Grabsteine von meist noch jungen Männern an den Strassenrändern zu sehen, die vermutlich auf eine solch sinnlose Art ihr Leben verloren. Aber ich habe ja beruflich auch schon das eine oder andere Mal solche Situationen erlebt und jedes Mal bewirken sie, dass ich mein Leben umso mehr geniesse.

 

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Immer weiter gegen Süden

Es ist schon wieder eine Weile her seit ich mich zuletzt gemeldet habe und ich glaube, es gibt doch wieder das Eine oder Andere zu berichten :)

Zadar hat mir super gefallen! Als ich nach der Erkundungstour der mittelalterlichen Altstadt und ein paar Bier auf die Uhr geschaut habe war bereits Mitternacht, diese Nacht würde also nicht mehr viel Schlaf hergeben. Eigentlich hätte ich in der «Tequilla Shot Bar» ja gerne noch ein bisschen weiter gefeiert, aber das hätte meinen Plan, am nächsten Tag 125 km nach Trogir

zu fahren wohl etwas über den Haufen geworfen.

 

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Ziemlich windig heute...

Seit bald einer Woche bin ich nun alleine unterwegs, und ich brauchte etwas Zeit, um mich daran zu gewöhnen. Aber lange war ich nicht alleine und ich denke es ist an der Zeit, euch meinen neuen Freund «Bora» vorzustellen. Er begleitet mich seit Slowenien mit einer treuen Hartnäckigkeit, wie man sie von einem guten Reisegefährten erwarten würde. Und obwohl er unsichtbar ist, umgibt er mich mit einer unnachgiebigen Ausdauer, die wirklich bewundernswert ist. Seit drei Tagen bläst mir der Bora-Wind um die Ohren, bringt kaltes Wetter und Regen und macht seinem Ruf als einer der stärksten Winde der Welt alle Ehren. In der Regel bläst er mir von vorne entgegen, was dazu führt, dass ich abwärts mit viel Anstrengung ca. 10 km/h erreiche, geradeaus sinds etwa 5 km/h. Manchmal erwischt er mich genauso unnachgiebig von der Seite, was mich ab und zu fast über die Geländer die Klippen runter oder in die Mitte der Strasse schleuderte. Ich muss aber fair bleiben, es ist nicht alles schlecht an meinem neuen Freund. Selten, wirklich sehr selten, überrascht er mich für einen kurzen Moment von hinten und katapultiert mich innert Sekunden von 5 km/h auf 40 km/h, was doch auch ganz nett ist. Und weiter sind meine verschwitzen Kleider nie wirklich nass, weil sie ständig trockengeföhnt werden. Die letzten Tage wurden so zu einem richtigen Kraftakt, aber was solls. Es gibt ja nur zwei Sachen die einem bleiben; das Velo über die Klippen zu werfen, auf den Boden zu sitzen und auf den nächsten Bus zu warten, oder alle Kraftreserven zu mobilisieren, sich dagegen zu stemmen und einfach durchzuradeln. Da ich doch sehr an meinem kleinen Stahlesel hänge habe ich mich für das zweite Entschieden :) Nachdem ich drei Tage der kroatischen Küste entlang gegen ein unsichtbares Düsentriebwerk gekämpft habe, bin ich in Zadar angelangt, und siehe da, Bora ist so plötzlich verschwunden wie er gekommen ist. Ich bin mir zwar sicher, dass er mich bis Montenegro noch einige Male besuchen wird, aber dank meiner «Roadtrip» Playlist komme ich mittlerweile ganz gut klar damit :) Es ist unglaublich wie gut Musik wirkt und ab und zu ein freundliches Lächeln und Winken ist mindestens genauso motivierend!

 

Und weil ich Euch Bora nicht vorenthalten möchte, habe ich ein kleines Video mit seinem Einverständnis gedreht (ich sagte, er soll doch noch ein bisschen mehr blasen, wenn er damit einverstanden ist – hat ganz gut geklappt ;)

 

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What a start!

Was gäbe es besseres für  Jonnys Geburtstag am 05.03.2016 als Burger, viel Bier und noch mehr Ginger-Whiskey Drinks im Hard Rock Cafe Venezia? Nach der ersten Etappe haben wir uns das sicherlich verdient :) Es ist der zweitletzte Abend mit Jonny, welcher am Montagmorgen leider schon wieder auf den Zug in Richtung Schweiz muss und sich somit unsere Wege für eine Weile trennen. Dass die Stadt ausserhalb des Hard Rock Cafes unter Wasser steht stört uns nicht sonderlich und so sind wir noch bis weit nach Mitternacht damit beschäftigt, uns über alles Mögliche zu unterhalten, neue Pläne zu schmieden und die vergangenen Tage revue passieren zu lassen. Aber alles der Reihe nach.

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Und los geht`s!

Ich kann es kaum fassen, aber der Tag der Abreise ist nun tatsächlich gekommen und ich überprüfe nochmals, ob ich alles in meine Taschen gepackt habe. Ich wollte eigentlich nicht nervös werden und doch war ich in meine Leben vermutlich noch nie so nervös wie jetzt. Ich freue mich wie ein kleines Kind, aber wahrscheinlich brauche ich noch einen Moment um zu realisieren, dass ich nun tatsächlich aufbreche um meinen Traum zu erfüllen.

 

Am Samstag hatte ich mein Abschiedsfest und ihr könnt euch kaum vorstellen wie unglaublich ich mich gefreut habe, dass so viele Freunde und Familie kamen. Das Video, das ihr zu meinem Abschied gemacht habt, hat mich wahnsinnig gerührt und ich musste mich richtig zurückhalten um nicht loszuheulen wie ein Schlosshund. Ich möchte mich bei euch allen herzlich bedanken und bin überglücklich, euch in meinem Leben zu haben! Der Abschied fiel mir echt schwer und ich werde euch vermissen und oft an euch denken, aber ich bin mir sicher, dass ich euch schon bald wiedersehe.

 

Und nun geht`s los, ich freue mich schon auf die vielen Eindrücke, die Natur, die Landschaften, die Kulturen, die Menschen, die einsamen Strassen, die belebten Städte und die vielen Abenteuer die vor mir liegen. Drückt mir die Daumen und bis bald :)

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Noch ein paar Eindrücke zum Start der Reise :)