China Part 1, Provinz Xinjiang

Karakol ist eine russische Siedlung am Ostende von Kirgistan mit farbigen Holzhäuser, Leninstatuen, einer russisch-orthodoxe Holzkirche, einer chinesischen Moschee die eher aussieht wie ein buddhistischer Tempel, einem grossen Containerbasar und einer super Pizzeria, wo ich meine erste Pizza seit Italien essen konnte :) Vielen Bewohnern sieht man aufgrund der blonden Haare und hellen Haut sofort an, dass sie russischer Abstammung sind und sie verhalten sich auch viel «russischer» als die Kirgisen. Nachdem ich mein Velo wieder mal richtig gründlich gewaschen hatte, schaute ich mich stundenlang in dem Containerlabyrinth des Basars nach Ersatzteilen um, aber ausser ein paar alten Schläuchen und staubigen Bremsklötzen war nicht viel zu finden. Dafür habe ich ein paar billige chinesische Schraubschlüssel ergattert, welche nach dem Anziehen der ersten paar Schrauben bereits futsch waren. Ich hatte noch viel Zeit von meinem zweimonatigen Kirgistan Visum übrig, aber nach drei Tagen in Karakol wurde ich langsam kribbelig und machte ich mich schliesslich auf den Weg zu einem kleinen kasachischen Grenzübergang auf dem östlichsten Pass Kirgistans. Die Schotterstrasse war teilweise so steil, dass ich das Velo stossen musste und als ich am Abend von einem Gewitter eingeholt wurde, stellte ich mein Zelt im Regen so schnell es ging auf einer Wiese neben der Strasse auf. Am nächsten Morgen um 5 Uhr erwachte ich in knöcheltiefem Wasser, welches über den Wasserdichten Rand ins Innere hineinlief und langsam aber sicher meinen Schlafsack füllte. Ich glaub ich war noch nie so schnell wach wie an diesem Morgen ;) In der Eile hatte ich am Abend zuvor das Zelt an einer flachen Stelle zwischen zwei Hügeln aufgestellt, wo sich das Regenwasser sammelte und das Feld flutete. Das Wasser drang in alle Taschen und so ziemlich alles was ich dabei habe war komplett nass. Das war eine ziemlich harte Lektion, aber das passiert mir jedenfalls nie mehr :)

Nachdem ich das Zelt ausgeleert hatte, erreichte ich kurze Zeit später die Grenze auf dem Pass, wo ich noch eine Stunde im Regen warten musste bis sich die Barriere um 9 Uhr öffnete. Zum ersten Mal wurde mein ganzes Gepäck durchsucht und als der Zöllner die Stange Snus in meinem Gepäck entdeckte, meinte er nach etwa fünf Minuten Absprache mit seinem Vorgesetzten «not good». Dann fragte er ganz freundlich, ob er eine Dose für seinen «Kollegen» haben dürfe, worauf ich die Stange wieder unauffällig in meine Tasche versorgen durfte ;) Als sein Zöllnerkollege auch noch meinen Flachmann haben wollte, welchen Jonny mir in Venedig geschenkt hatte, ging mir das dann doch ein bisschen zu weit, sicher nid! Mein Niet wurde zum Glück akzeptiert und nachdem ich all mein Zeug wieder verpackt hatte, war ich wieder in Kasachstan. Das Wetter und die Strasse wurden langsam besser und als ich den nächsten Pass überquert hatte, breitete ich mein ganzes Zeug auf einer Wiese aus und liess es in der Sonne trocknen. Nach einer Stunde war bereits wieder Weltuntergangsstimmung und ich packte mein halbtrockenes Zeug schnell wieder zusammen. Eigentlich wollte ich mir noch den wunderschönen Sharyn-Canyon anschauen, aber dort regnete es bereits derart, dass ich wieder umkehrte und bei heftigem Regen aber gäbigem Rückenwind in die nächste Stadt fuhr, wo ich mich in einem kleinen Hotel wieder trocknen konnte. Nach zwei weiteren Tagen Fahrt durch die kasachische Steppe und gelegentlich kleinen Bauerndörfern, die so gar nichts mit der modernen Stadt Almaty gemeinsam haben, war ich schneller als geplant am östlichen Rand Kasachstans angekommen. Ich kann kaum in Worte fassen wie ich mich fühlte, als ich das Strassenschild des Grenzübergangs zu China vor mir sah. Ich war so aufgeregt wie zuletzt an der Grenze zum Iran, aber nicht ein negatives Aufgeregt, viel mehr ein «Herumspringen, «I feel good» singen, und wildfremde Menschen umarmen» Aufgeregt. Nachdem ich genau 6000 km mit dem Velo gefahren bin, seit ich Anfang März mit Jonny in Matzenried aufgebrochen war, lag dieser riesige persönliche Meilenstein vor mir und ich konnte es kaum fassen, dass ich jetzt bereits hier war.

 

Der Unterschied zwischen Kasachstan und China ist gewaltig. Der kasachische Grenzübergang liegt in einem kleinen, heruntergekommenen und vermüllten Dorf, von wo aus man bereits die modernen Hochhäuser und Leuchtreklamen der chinesischen Grenzstadt sehen kann. Die Strasse zwischen den Grenzen führt durch einen sieben Kilometer langen, eingezäunten Korridor im No-Mans-Land, wo alle 10 Meter eine Überwachungskamera aufgehängt ist. Das war bereits ein erster Vorgeschmack auf den Kontroll- und Überwachungswahn der Chinesen, der mich die nächsten drei Monate begleiten wird. Die chinesische Grenze war ein topmodernes und riesiges Gebäude, wo ich sofort an die Reihe kam und wieder mein ganzes Gepäck durchsucht wurde. Nach ein paar eindringlichen Fragen zu meinem Iran Visum, Fotoaufnahmen und etwa 10 Passkontrollen war ich dann tatsächlich im Land der Mitte J Es war herrlich, überall das gute Essen zu riechen, die chinesischen Schriftzeichen zu sehen, auf der perfekten und sauberen Strasse zu fahren wo überall kleine Elektro-Scooter herumrollen und wiedermal in einer modernen Stadt zu sein, die so fremd und doch so faszinierend war. Von hier an waren es nun noch grob 5000 km bis nach Südostasien, und ich freute mich wie ein kleines Kind darauf ;)

 

Ich war jetzt in der Provinz Xinjiang, der westlichsten Provinz Chinas mit einer Fläche grösser als Alaska und der riesigen Taklamakan Wüste in der Mitte. Es ist das Land der Uiguren, einer Minderheit, die eine eigene Sprache spricht, zum grössten Teil muslimisch ist und mehr mit den Zentralasiaten gemeinsam hat als mit den Chinesen. Die Uiguren werden, wie die Tibeter, von der chinesischen Regierung eher wie Menschen zweiter Klasse behandelt, was schon öfters zu gewaltsamen Aufständen führte. Für viele Chinesen sind sie Terroristen, vor welchen man sich in Acht nehmen muss und am liebsten rund um die Uhr überwacht. Die Sicherheitsvorkehrungen hier sind immens, überall stehen Polizisten mit Sturmgewehren, auf den Strassen gibt es Militärcheckpoints, Benzin kann nur mit einer Sondergenehmigung an den mit Stacheldraht eingezäunten Tankstellen gekauft werden (nachdem das ganze Auto durchsucht wurde), jede Fläche wird mit Kameras überwacht und Einkaufsläden und öffentlichen Gebäude kann man erst betreten, nachdem man durch einen Metalldetektor gegangen ist und die Taschen in einem Röntgengerät durchsucht wurden. Da die chinesische Regierung dieses Gebiet unter Kontrolle bringen will, werden Prämien an alle Han Chinesen bezahlt, die in diese Region ziehen. An vielen Orten leben bereits mehr Chinesen als Uiguren und riesige moderne Städte schiessen aus dem Boden, welche mit grossen Kraftwerken umgeben sind. Überall wird gebaut und oft stehen ganze Dörfer mit Hochhäusern und modernen Gebäuden einfach leer in der Gegend herum. Die beiden Völker scheinen sich irgendwie gegenseitig zu meiden, was besonders in den verschiedenen Quartieren in den Städten auffällt. Die Quartiere der Uiguren sind schlicht, alt und baufällig, während die chinesischen Quartiere und Städte modern und blitzblank sind und mit schönen Stadtparks, Fastfoodketten und Shoppingmalls auftrumpfen.

 

Anstatt auf der südlichen Seidenstrasse zu fahren entschied ich mich für die nördliche, was für mich eine kürzere Strecke durch die Wüste bedeutete, jedoch durch heissere Gegenden führte. Nachdem ich die Grenze passiert hatte fuhr ich auf einer Landstrasse in Richtung Urumqi, der Hauptstadt dieser riesigen Provinz. Nach der Grenze änderte sich das Bild der modernen Grossstadt nach und nach in eine landwirtschaftliche Szenerie mit Traktoren, dreirädrigen Kleinlastern und unzähligen Melonenständen am Strassenrand. Auf den Feldern wird fleissig gearbeitet und ich werde oft mit viel Verwunderung angestarrt, was mich aber nicht wirklich stört, denn ich staune mit mindestens gleicher Verwunderung zurück. Nach den ersten 60 km mündete die Landstrasse in eine Autobahn und weit und breit war keine andere Strasse mehr in Sicht. Ich habe von anderen Radlern schon erfahren, dass es hier oft keine anderen Möglichkeiten gibt und alle Velofahrer auf die Autobahn ausweichen müssen. Als ich zur ersten Mautstelle kam, hatte ich ein etwas ungutes Gefühl, aber die Dame am Schalter winkte mich trotz des Velo-Verbotsschild mit einem freundlichen Lächeln durch. Bei der Raststätte hinter der Mautstelle kaufte ich mir noch etwas Wasser und die Verkäuferin war so begeistert, einen velofahrenden Ausländer zu sehen, dass sie mir gleich noch eine Glace schenkte J Auf der Autobahn zu fahren war angenehmer als man vielleicht erwarten würde. Der Verkehr war geringer als auf der Landstrasse und ich hatte einen perfekten breiten Pannenstreifen, auf dem ich zügig den Pass auf 2200 Meter hochfahren konnte und auch den vorbeifahrenden Polizeipatrouillen schien ich glücklicherweise egal zu sein.

 

Die 750 km nach Urumqi verliefen vor allem durch grüne Landwirtschaftsflächen und ich konnte mich bei den knapp 40 Grad bereits etwas an die bevorstehende Hitze in der Wüste gewöhnen. Bei den immer noch 30 Grad nachts konnte ich im Zelt aber kaum schlafen und habe mir wann immer möglich ein klimatisiertes Hotel gesucht, was manchmal gar nicht so einfach war. In dieser Gegend gibt es praktisch keine westlichen Touristen und viele Hotels nehmen keine Ausländer auf, weil diese anscheinend mühsam registriert werden müssen. Wenn man dann ein Hotel gefunden hat geht’s jeweils eine ganze Weile bis sie verstehen was ich will, die Vorgesetzten orientiert worden sind und der unglaubliche Papierkram erledigt ist. Es kam auch schon vor, dass mitten in der Nacht die Polizei an meine Tür hämmerte und meinen Ausweis kontrollieren wollte. Meistens sind die Kontrollen ziemlich witzig, denn wir verstehen uns sowieso nicht und ich plaudere einfach ein bisschen auf Schweizerdeutsch mit ihnen, bis sie genug davon haben und mich weiter ziehen lassen.

 

Auf halber Strecke zwischen der Grenze und Urumqi fühlte sich mein Velo plötzlich an, als würde es auf Pudding fahren, und tatsächlich, nach genau 6451 km hatte ich den ersten Platten auf dieser Tour. Das kam jedoch nicht ganz unerwartet, denn einerseits sehen meine Pneu seit den Schotterstrassen Zentralasiens aus, als hätte ein Hund darauf herumgekaut, und anderseits ist der Xinjiang Highway unter Velofahrern bekannt, alle paar Kilometer ein Loch in den Schlauch zu reissen. Trotz der perfekten Strassen liegen hier überall Scherben und kleine Metallsplitter rum, welche vermutlich von aufgeplatzten Lastwagenpneus verstreut worden und kaum zu sehen sind. Meine Hoffnung, dass dies der einzige Platten auf dieser Reise war, löste sich noch am gleichen Tag zweimal in Luft auf. Inzwischen hatte ich bereits 6 Platten und bin schon ziemlich schnell im Taschen abnehmen, Rad abmontieren, Schlauch flicken und wieder zusammensetzen, aber bei knapp 50 Grad in der Wüste ist es trotzdem nicht grad meine Lieblingsbeschäftigung...

 

Mittlerweile konnte ich schon einige Länder bereisen, aber in China fühlt es sich an, als würde man in eine völlig unbekannte Welt eintauchen. Ich liebe es, in den modernen Supermärkten oder auf den risigen Märkten herumzuschnöiggen und all die komischen Sachen anzuschauen, die hier verkauft werden. Bei manchen Esswaren habe ich keine Ahnung was es ist und es ist immer wie bei einem Überraschungs Ei, wenn man sich etwas kauft. Andere Sachen wie vakuumierte Hühnerfüsse und -Köpfe mit verschiedenen Geschmacksrichtungen oder lebende Schildkröten lasse ich dann aber doch lieber im Regal stehen. Es ist unglaublich faszinierend was hier alles verkauft und gegessen wird und die Wassermelonen sind mit Abstand die besten und süssesten, die ich je gegessen habe J

 

Die meisten Menschen in dieser Region, also wirklich etwa 99,9999999999%, können ausser «Hello» kein einziges Wort Englisch und sogar mit Zeichensprache verstehen sie oftmals nicht, was ich ihnen sagen will. In Restaurants kann ich auf ein Bild mit dem Essen zeigen und sie verstehen trotzdem nicht, dass ich etwas essen möchte. Auch wenn ich mich neben einen vollen Teller stelle und so tue als würde ich essen geht es meist noch fünf Minuten bis sie verstehen, dass ich im Restaurant bin, weil ich Hunger habe. Es ist das erste Land, in dem ich wirklich nicht viel Hoffnung habe, dass ich auch nur ein Bisschen von der Sprache lernen werde. Das macht das Reisen hier manchmal ziemlich schwierig und anstrengend, aber auch spannend und manchmal richtig amüsant. Vor allem, wenn ich mich zum Affen machen muss um zu zeigen, was ich möchte J Auch hier sind die Menschen super freundlich und vor allem sehr hilfsbereit. Oftmals wird mir aus einem vorbeifahrenden Auto eine Flasche Wasser oder ein Redbull entgegengestreckt, wenn ich irgendwo Pause mache werden mir Melonenschnitze geschenkt, an einer Tankstelle wurde mir von den Mitarbeitern sogar ein ganzes Frühstück und Wasserflaschen für die Fahrt durch die Wüste aufgetischt, Mütter stellen mit einer wahnsinns Freude ihre Kinder neben mich und machen Fotos als wäre ich irgendein ein Promi und allgemein sind die meisten unglaublich begeistert von meinem Velo. Andererseits gibt’s auch ein paar gewöhnungsbedürftige Sachen. Wie zum Beispiel, dass die Autofahrer absolut keinen Sinn für den Verkehr haben und bei allem was sich bewegt auf die Hupe drücken (das macht besonders Spass, wenn es ein Lastwagen auf Kopfhöhe macht), dass alle, auch die zierlichsten Frauen, mit einer fast erschreckenden Lautstärke herumschreien wenn sie Sprechen, dass es in Hotels nicht einen Raucherraum sondern einen Nichtraucherraum gibt, dass erwachsene Männer ohne Schämdi einfach auf den Pannenstreifen scheissen, kleine Mädchen nicht einfach normal auf dem Trottoir gehen sondern im Cheerleader-Stil herumtanzen, kleine Jungs mit heruntergelassener Hose mitten in der Stadt an eine Hausmauer pinkeln und alte Männer mit hochgezogenen T-Shirts herumlaufen, so dass jeder ihre dicken Bäuche sieht. Das mit Abstand Ekligste ist aber das ständige Rotzen, Chodern und Spucken, das hier überall und von jedem gemacht wird. Ich versteh ja, dass man den Schleim manchmal loswerden muss, aber wenn der Rotz aus den tiefsten Winkeln des Hinterkopfs raufgezogen und mit einem lauten «Wähhh» auf den Boden gespuckt wird, hört sich das an wie ein sterbendes Tier und es läuft mir jeweils kalt den Rücken runter. Was auch besonders schön ist, ist das Nase ausblasen ohne Nastuch, vor allem um die Mittagszeit macht das so richtig Lust auf etwas zu Essen ;) Dafür darf ich hier endlich mal essen wie ein Schwein ohne dass sich jemand daran stört J

 

Nach zwei Tagen in Urumqi machte ich mich auf den Weg nach Turpan, einer Oasenstadt am Rande der Taklamakan Wüste. Turpan ist mit 165 Meter unter dem Meeresspiegel der zweittiefste und gleichzeitig der zweitheisseste Ort der Welt. Das Fahren ging so ring, dass ich die 200 km in einem statt in zwei Tagen machte und abends eine riesen Portion Nudeln verschlang. Am nächsten Tag machte ich mich erst ziemlich spät auf den Weg und fuhr an den Flaming Mountains vorbei, wo der Fels so heiss ist, dass man darauf tatsächlich Spiegeleier braten kann. Nachmittags um zwei Uhr wurde das Fahren in der Hitze fast unerträglich. Mein Velocomputer zeigte unter der erbarmungslos scheinenden Sonne 57 Grad an und ich verkroch mich eine Stunde lang unter einer Brücke, um mich im Schatten etwas von der Hitze zu erholen und meinen Puls wieder runter zu bringen. Seit ich in dieser Gegend unterwegs bin trinke ich mindestens 10 Liter Wasser pro Tag, und weils hier manchmal erst nach hundert Kilometern wieder ein Oasendorf oder eine Raststätte gibt, schleppe ich jeweils etwa 12 Liter mit mir herum. In den nächsten Tagen fuhr ich am Rand der Taklamakan Wüste lang und kam erstaunlich gut mit der Hitze zurecht. Ich hoffte immer, dass mir irgendwo ein anderer Radler entgegenkommt, damit ich wenigstens nicht der einzige Volltrottel bin, der im Hochsommer durch diese Wüste fährt ;) Und tatsächlich, nach ein paar Tagen kam mir eine Chinesische Radlergruppe entgegen, das wars dann aber auch. Was mir eher zu schaffen machte war der kräftige Wind, der hier ständig mit einer unglaublichen Kraft weht. Hier blies mir mein «Feel the Outdoor» mit voller Wucht um die Ohren und ich musste mich immer wieder aufs Neue daran erinnern und motivieren, dass ich ein Abenteuer wollte und das wohl oder übel dazugehört. Am dritten Tag nach Turpan war der Wind so stark, dass ich zum ersten Mal auf dieser Reise vom Velo stürzte und, egal wie fest ich mich anstrengte, nicht mehr vorwärts kam. Es ist ein etwas demoralisierender physischer und psychischer Durchhaltetest, welcher manchmal nicht zu gewinnen ist und ab und zu kommt es auch vor, dass ich einfach ein oder zwei Tage an einem Ort abwarten muss, bis der Wind wieder etwas nachgelassen hat. Aber zumindest verschafft der Wind eine herrliche Abkühlung, was eigentlich gar nicht mal so schlecht ist :) Abgesehen davon ist es eine absolut tolle und eindrückliche Erfahrung, in dieser riesigen Wüstenregion unterwegs zu sein. Ab und zu stehen zwischen den tausenden Windrädern uralte Festungstürme, welche vor hunderten Jahren in der Wüste errichtet wurden, um den Handel auf der Seidenstrasse zu beschützen, und man fühlt sich ein wenig in die Zeit des alten Kaiserreichs zurückversetzt. Nachdem ich etwa 1400 km in der Provinz Xinjiang zurückgelegt hatte, erreichte ich die Wüste Gobi und die Provinz Gansu, wo mein nächstes Ziel die Oasenstadt Dunhuang mit ihren eindrücklichen Fels-Grotten und dem Mondsichelsee zwischen den Sanddünen war. Dazu aber mehr im nächsten Blog J

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Benedikt (Montag, 08 August 2016 09:00)

    Wow Broo, :)
    Freue mi uf Pataja ;) !

  • #2

    Mam (Montag, 08 August 2016 09:37)

    Mir warte immer mit grosser Vorfreud uf di nächst Blog und es isch immer eifach mega spannend und so unterhaltsam, dasi währendem lese ha müesse ds Jäggli abzie wous so heiss isch worde :-) cha mir 57 Grad gar nid vorstelle und i wär gloub verschmolze :-)
    .... gnieses George und ou viel Kraft und Muet witerhin...ly Mam
    i bi henne stolz uf di...

  • #3

    Michael van Halen:) (Montag, 08 August 2016 13:35)

    Heya, wiedermau sehr spannend dini reisebrichtli ds läse. das mitem snus isch scho e frächheit, geit ja gaar nid:))). ah übrigens uf chinesisch sôt "ping schwei" hanewasser oder wasser bedüte:). hetmr oscho mau ghoufe. witerhin gueti reis u vilech bis t-hailand:)

  • #4

    Grosi (Freitag, 12 August 2016 20:47)

    Lieber George.es ist einfach gigantisch,was du alles erlebst und wie du so lnteressant und ausführlich und blumig schreiben kannst!Ich könnte ewig deine Berichte lesen, uns tut sich eine ganz neue Welt auf, dank dir. Hoffe du musst nicht wieder bei 57 g r. radeln. Wir wünschen dir immer viel Glück und viele nette Leute unterwegs. Häb Sorg .mir bewundere di. liebschti Grosi u Rene