Ein Ründeli in Kasachstan

Nach fünf Tagen in Almaty, in denen ich die Vorzüge einer nicht islamischen Republik genoss und es mir so richtig gut gehen liess, machte ich mich am Sonntagmorgen auf den Weg in Richtung Kirgistan. Ich freute mich schon seit langem darauf, wieder auf mein vollbeladenes Velo zu sitzen und meine Reise so fortzusetzen, wie ich sie gestartet habe. Und trotzdem brauchte das Aufbrechen mehr Überwindung als ich geglaubt hätte und ich füllte mir im Hostel eine Tassen Kaffee nach der andern ein, um die Zeit noch ein bisschen verstreichen zu lassen. Vielleicht war es, weil es mir in Almaty wirklich sehr gefiel, aber zur gleichen Zeit hatte ich auch  den unbändigen Drang, wieder da draussen unterwegs zu sein. Um 11 Uhr raffte ich mich dann endgültig zusammen und als ich dann losfuhr fühlte es sich super an :) Nach etwa einer Stunde hatte ich die Stadt hinter mir und nachdem ich auch an den Vororten mit den hunderten Strassenständen vorbeigefahren war, kam ich in eine Landschaft die kaum schöner hätte sein können. Auf meiner rechten Seite breitete sich die endlose Steppe Kasachstans aus und zur linken Seite begleitete mich das bis zu 5000 Meter hohe Altai Gebirge, welches sich von seiner schönsten Seite präsentierte. Das Fahren fiel mir erstaunlich einfach und nach 140 Kilometern fand ich einen schönen Platz auf einem Feld, wo ich mein Zelt aufstellen konnte und mir ein hübsches Lagerfeuer machte. Da ich noch zu viel Benzin für meinen Kocher dabei hatte kam mir die leicht idiotische Idee, den überflüssigen halben Liter als Brandbeschleuniger zu benutzen. Die Stichflamme beim Anzünden hätte mich beinahe die Haare gekostet, aber zumindest weiss ich jetzt, dass ich lieber Zeitungspapier anstatt Benzin nehmen sollte ;)

Am nächsten Morgen gings weiter durch diese tolle Landschaft und der kleine schattenlose Pass kurz vor der kirgisischen Grenze brachte mich bei den 40 Grad so richtig ins Schwitzen. Etwa alle 20 Kilometer fuhr ich in dieser mehr oder weniger leeren Landschaft an einer Ansammlung von Strassenständen vorbei, welche auf Klapptischen und unter einem Sonnenschirm diverse Getränke, Früchte oder Gebäck verkauften, was bei meinem Wasserverbrauch ein Segen war :) Als ich den Pass hinter mir hatte fuhr ich an einer picknickenden Familie vorbei, welche mir von

der andern Strassenseite her freundlich zuwinkte. Auch ihr Hund schien Freude an mir zu haben und kam bellend auf mich zu gerannt. Dummerweise kam zur gleichen Zeit ein Auto auf der Gegenfahrbahn daher und erfasste den Hund, welcher anschliessend auf der ganzen Strasse verteilt war. Ich habe mir schon oft gedacht, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis das mal passiert, aber als das kleine Mädchen aus der

Familie anfing zu weinen hatte ich ein unglaublich schlechtes Gewissen und fühlte mich schuldig. Warum müssen diese dummen Viecher bloss immer auf mich zu rennen?! Die Mutter versicherte mir, dass ich mir kein Gewissen machen müsse, aber trotzdem tat es mir den Rest des Tages richtig Leid für das Mädchen.

 

Kurz darauf war ich an der kirgisischen Grenze und stellte mich auf ein langes Einreiseprozedere ein. Europäer dürfen hier zwar ohne Visum einreisen und 60 Tage im Land bleiben, aber die zentralasiatischen Grenzwächter sind berüchtigt dafür, korrupt zu sein und unnötig ausführliche und lange Kontrollen zu machen. Zuerst wurde ich vom Zöllner mit strengem Blick gefragt, ob ich etwas Illegales mit mir führe, was ich lachend verneinte. Manchmal muss man nur lächeln und die schlechte Laune des Zöllners ist vorüber :) Nachdem wir fünf Minuten über Fussball und die EM sprachen und er mir erzählt hatte, dass die Schweiz gestern ein 0:0 gegen Frankreich gemacht hatte, war ich in Kirgistan :)

Die Hauptstadt Bishkek liegt gleich hinter der Grenze und ich checkte wieder für zwei Nächte in einem Hostel ein, um mir die Stadt anschauen zu können. Auf dem Weg hierhin habe ich mir aber wohl etwas eingefangen und ich fühle mich seither grippig und verbringe mehr Zeit auf der Toilette als sonst wo. Ich dachte immer, dass mein Magen ziemlich robust ist. Aber man sagt ja, dass man nicht wirklich in Zentralasien war, wenn man nicht mindestens einmal Magenverstimmungen gehabt hat ;) Ich hoffe, dass es morgen wieder besser geht und dann geht’s für ein paar Wochen ab durch die kirgisischen Berge :) Liebe Grüsse und bis bald!

Jaaaa i weiss, es paar Föteli si grad chli gar fescht bearbeitet, aber who cares ;)

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Kommentare: 3
  • #1

    Beni (Mittwoch, 22 Juni 2016 19:10)

    R.I.P ;)

  • #2

    Sebu (Dienstag, 12 Juli 2016 19:22)

    E richtige asiat hät iz da es gulasch zämegwürflet ;-)

  • #3

    Reynalda Billiot (Montag, 06 Februar 2017 23:58)


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